Anfänge
Es gibt nichts Gutes
Außer: man tut es.
Erich Kästner
Es ist – kommunalpolitisch gesehen – eine komplizierte Angelegenheit gewesen. Die Stadt Steinheim tat sich lange schwer, die ihr politisch gegebene Möglichkeit, eine Realschule einzurichten, in die Tat umzusetzen. Finanzielle Unwägbarkeiten hemmten den Entscheidungsprozess und die vermeintliche Konkurrenz wollte man nicht verprellen.
Allerdings wollte das damalige Oberschulamt Stuttgart Gewissheit und setzte der Stadt Steinheim 1996 ein Ultimatum, entweder 1997 mit dem Schulbetrieb zu beginnen oder die Pläne endgültig zu begraben. Man entschied sich glücklicherweise in der letzten Sitzung unter der Leitung des scheidenden Bürgermeisters Alfred Ulrich, eine Realschule in Steinheim zu gründen, was für den Nachfolger Ulrichs Joachim Scholz die große Herausforderung wurde.
Im September 1997 nahm die Realschule als „Schule im Aufbau“ ihren Betrieb mit drei Klassen und 85 Schülerinnen und Schülern auf. Provisorisch war man in der Blankensteinschule, in der Blankensteinhalle und in der Riedhalle untergebracht und ein kleines Kollegium auch mit teilabgeordneten Lehrerinnen und Lehrern machte sich sehr engagiert an die Arbeit.
Ein gewisser Pioniergeist war rasch spürbar, das Provisorium setzte Kräfte frei, die Neues wagen wollten. Von Anfang an standen die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt, denen mit der neuen Schule Raum gegeben werden sollte, den sie selbständig ausfüllen konnten. Das war insofern schwierig, als ein eigenes Gebäude ja noch fehlte, doch der innere Rahmen gleich überzeugen musste.
Jeder kannte jeden, die Schulgemeinschaft war überschaubar und deshalb auch immer fühlbar. Diese gegenseitige Wahrnehmung und Wertschätzung entwickelte sich zu einem besonderen Schulgeist, der in der offenen Architektur des neuen Schulgebäudes, im September 1999 neu bezogen, deutlich sichtbar wurde. Aus der „Schule im Aufbau“ wurde die „Erich Kästner Realschule“ – ein deutliches programmatisches Zeichen.
Die großzügige Aula wird zum Marktplatz und Treffpunkt zugleich und dokumentiert in seiner Transparenz die Grundatmosphäre der Schule, die sich als Magnet erweist und ständig wächst, sodass man dringend einen Erweiterungsbau benötigt, der im Jahre 2002 bezogen wird. Mit der Verabschiedung des ersten Jahrgangs mit der Mittleren Reife im Juli 2003 wird die neue Schule erwachsen.
Erich Kästner Realschule